Die Rückkehr des FC Barcelona ins Camp Nou verzögert sich weiter, obwohl die Renovierungsarbeiten fast abgeschlossen sind. Während der Verein das Stadion so schnell wie möglich wiedereröffnen möchte, um seine finanzielle Situation zu verbessern, bestehen die Behörden auf die Einhaltung aller Sicherheitsstandards. Der Streit zwischen Verein und Stadtverwaltung spitzt sich zu und ein konkreter Termin für die Wiedereröffnung des legendären Stadions ist weiterhin nicht in Sicht.
Ursprünglich sollte das Camp Nou, dessen Renovierung rund 1,5 Milliarden Euro kostet, zum 125-jährigen Jubiläum des Vereins im November 2024 mit reduzierter Kapazität wiedereröffnet werden. Dieses Ziel wurde jedoch mehrfach verschoben. Die Fans wurden wiederholt über kurzfristige Änderungen des Spielorts informiert. Die Spiele fanden stattdessen im Estadi Johan Cruyff oder im Estadi Olimpic Lluís Companys statt. Trotz der bereits sichtbaren Fortschritte und des modernen Designs des Stadions, insbesondere in den unteren Rängen und am Spielfeld, gibt es noch offene Baustellen, beispielsweise bei den Faneingängen und den Gästekabinen.
Barcelonas Vizepräsidentin Elena Fort betonte, dass das Stadion sicher sei und alle erforderlichen Unterlagen eingereicht wurden. „Das Spotify Camp Nou ist das sicherste Stadion in ganz Spanien. In diesem Stadion kann man spielen“, sagte sie. Der Stadtrat von Barcelona sieht die Situation jedoch anders und pocht auf die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards. Die Beamten bemängeln fehlende Zugangswege für Fans sowie unzureichenden Platz für Rettungsfahrzeuge. „Wir teilen den Wunsch des Vereins, dass Barça so schnell wie möglich ins Stadion zurückkehren kann“, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin von Barcelona, Laia Bonet. „Aber der Stadtrat muss die Sicherheit aller Fans gewährleisten. Das hat für uns Priorität.“
Ein konkreter Zeitrahmen für die Wiedereröffnung des Camp Nou steht weiterhin nicht fest. Der Stadtrat betonte jedoch, dass die Beseitigung der Sicherheitsmängel Priorität habe und nichts überstürzt werden würde. Die Spieler des FC Barcelona haben sich mit der Situation arrangiert, auch wenn sie sich eine Rückkehr ins Camp Nou sehnlichst wünschen. „Sie erkannten die Absurdität der Situation, dass Spieler eines Vereins vom Rang des FC Barcelona nicht genau wissen, wo die zukünftigen Heimspiele ausgetragen werden. Sie sagten aber, dass die Mannschaft bereit sei, überall zu spielen, wo es erforderlich sei, und schienen sich mit der Situation abgefunden zu haben”, so eine Quelle aus der ersten Mannschaft.
Die Präsidentschaft von Joan Laporta ist von Improvisation und kurzfristigen Entscheidungen geprägt, mit denen die schwierige finanzielle Lage des Vereins verbessert werden soll. Die „Hebelpolitik” brachte zwar kurzfristig Geld ein, löste die langfristigen finanziellen Probleme jedoch nicht. Laporta betonte mehrfach, dass eine schnelle Rückkehr ins Camp Nou mit seinen 105.000 Plätzen für die Verbesserung der Finanzlage entscheidend sei. Der Verein schätzt die Verluste durch die Auswärtsspiele auf rund 90 Millionen Euro pro Saison.
Die Rückkehr des FC Barcelona ins Camp Nou ist nach wie vor ein Wettlauf gegen die Zeit. Während der Verein auf eine baldige Wiedereröffnung drängt, um seine finanzielle Situation zu stabilisieren, hat die Sicherheit der Fans für ihn höchste Priorität. Ein Ende der Ungewissheit ist nicht in Sicht.