Beim Spiel zwischen Paris Saint-Germain (PSG) und Olympique Marseille eskalierte am Sonntagabend die Stimmung im Parc des Princes. Während des Ligue1 Spiels kam es zu homophoben und rassistischen Sprechchören von PSG-Fans, die auch Transparente gegen den ehemaligen Spieler Adrien Rabiot zeigten. Dieser spielt derzeit für Olympique Marseille. Doch damit nicht genug: Die Fans beleidigten sogar den verstorbenen Vater von Rabiot, woraufhin die Mutter und Agentin des Spielers Anzeige erstattete.
Das Duell der Rivalen im französischen Fußball war ohnehin ein hochemotionales Spiel. Schließlich ging es um wichtige Punkte in der Tabelle und auch um das Prestige der beiden Mannschaften. Am Ende siegte Paris Saint-Germain mit 3:1 (Spielbericht hier), doch die Spannung auf dem Platz war nicht nur wegen des Ergebnisses groß.
Während des Spiels kam es zu beleidigenden Äußerungen von PSG-Fans gegen Rabiot und seine Familie, darunter auch homophobe und rassistische Sprechchöre. Diese richteten sich auch gegen die große arabische Bevölkerung von Marseille. Doch der Schiedsrichter des Spiels, Clément Turpin, unterbrach das Spiel trotz dieser Störungen nicht. „Ich verstehe nicht, warum das Spiel nicht abgebrochen wurde“, sagte Veronique Rabiot gegenüber Radio France. „Ich verstehe nicht, warum sich niemand empört. Warum werden manche Spiele unterbrochen und andere nicht?“
Marseille hat die Angriffe auf seinen Mittelfeldspieler Adrien Rabiot und dessen Familie während des Spiels öffentlich verurteilt. Der Präsident des Vereins erklärte, dass sich der Verein der Anzeige anschließe und „kompromisslos und unnachgiebig“ gegen jegliche beleidigende Äußerungen vorgehen werde. Der Mittelfeldspieler selbst hatte zuvor angegeben, während des Spiels von Fans seines jetzigen Vereins beleidigt worden zu sein.
Zwar ist offiziell noch nicht klar, welche Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen werden. Fest steht jedoch, dass Rassismus und Homophobie im Fußball keinen Platz haben dürfen - schon gar nicht in einem so emotionsgeladenen Duell wie dem zwischen Paris Saint-Germain und Olympique Marseille.